28. Januar 2017 – Art

TOM

Touko Valio Laaksonen, dem Finnen, der als Tom of Finland bekannt wurde, widmet die Berliner Galerie Judin ab heute eine Ausstellung

Ein Tom von vielen …

Ausdrucksstarke Porträts mit phanatsievollen Details – die schwule Welt von Tom of Finland bezeichnete er selbst einmal als „schmutzige Zeichnungen“. Das war Mitte der 1950er Jahre und seine Blätter zirkulierten nur in privaten Kreisen fernab der Öffentlichkeit. Einem Liebhaber gelang es 1957 eine Zeichnung auf der Titelseite des Magazins „Physique Pictorial“ zu platzieren. Es sollte aber noch über 15 Jahre dauern bis Touko seinen Job als Werbegrafiker aufgab um sich ganz dem Zeichnen zu widmen. Ein schmuddeliges Hinterzimmer in einem Hamburger Sex-Shop verhalf ihm schliesslich zum großen Durchbruch: hier fand 1973 seine erste Ausstellung statt und die schwulen Jungs bekamen eine neue Ikone. Europa und die USA rissen sich um den Finnen, der gleichgeschlechtlichen Sex mit Stolz und ohne Scham darstellte. Touko starb am 7. November 1991 in Helsinki – Tom of Finland ist unsterblich.

Touko Laaksonen The Man Behind Tom of Finland,
Ecce Homo – The Prelininary Drawings

Bis 15.April 2017 in der Galerie Judin
Potsdamer Strasse 83, 10785 Berlin
Dienstag bis Samstag von 11–18 Uhr

Parallel zur Ausstellung zeigt der Salon Dahlmann (Marburger Strasse 3, 10789 Berlin) vom 31. Januar bis zum 6. Mai die Ausstellung „Loves and Lives“, die dem Leben Touko Laaksonens gewidmet ist.

Fotos:
Tom of Finland (Touko Laaksonen): Untitled 1987
graphite on paper, 29,8 × 41,9 cm
© Tom of Finland Foundation, Ausschnitt

Tom of Finland (Touko Laaksonen): Untitled 1970
graphite and color pencil on paper, 29,8 × 41,9
© Tom of Finland Foundation