5. Februar 2017 – Art

DIE DOKUMENTARIN DES RUHRGEBIETS

Erst als Fotografin bekam die Architektin und Möbeldesignerin Tata Ronkholz die Aufmerksamkeit, die sie verdient hatte.

Es war eine illustre Gruppe 1978 um den Architekturfotografen Bernd Becher. An der Düsseldorfer Kunstakademie übernahm er eine Professur für Fotografie und zu seinen ersten Studenten gehörten Andreas Gursky, Candida Höfer, Thomas Ruff, Thomas Struth und Tata Ronkholz. Die 38-jährige hatte schon ein Studium an der Werkkunstschule Krefeld in Architektur und Innenarchitektur abgeschlossen, arbeitete in einem Möbelhaus und entwarf u. a. Sitzlandschaften für „habit“. Ihre große Leidenschaft gehörte aber der Fotografie. „Mir ging es weder um einen sozialen Aspekt noch um das Design, sondern ich fühlte mich zum Alltag hingezogen. Ich wollte das Büdchen um die Ecke in seiner ganzen Liebenswürdigkeit zeigen.“ Trinkbüdchen, Schaufenster und der Düsseldorfer Rheinauhafen wurden zu den zentralen Themen ihres Werkes. Das Auktionshaus Grisebach zeigt in seiner Düsseldorfer Repräsentanz noch bis zum 31. März Photographien des Rheinhafens von Tata Ronkholz. Sie hörte leider 1985 mit dem Fotografieren auf und arbeitete noch 10 Jahre in einer Kölner Fotoagentur. Tata Ronkholz starb 1997.

www.grisebach.com

Fotos:
Tata Ronkholz. Rhenus-Silo (T 1.2). 1979. Silbergelatine-Abzug auf Agfa-Papier. 31 × 39,4 cm

Tata Ronkholz. ‚Rheinseitige Verladeanlage des Rhenus-Silo‘ (T 1.4). 1979. Silbergelatineabzug auf Agfa-Papier. 25,5 × 35,8 cm