13. Juni 2018 – Art

Zac Langdon-Pole mit nächster BMW Art Journey ausgezeichnet

Neuseeländischer Künstler erforscht die vielfältigen Geschichten der Sternenkarten – von Zentraleuropa bis zu den pazifischen Inseln

Installationsansicht auf der Art Basel in Hongkong (vertreten durch Michael Lett)
Installationsansicht auf der Art Basel in Hongkong (vertreten durch Michael Lett)

Langdon-Poles BMW Art Journey entlang „Sutures of the Sky“, so der Titel seines Vorschlags, wird den Künstler im Laufe des Jahres durch eine Welt führen, die seit Jahrtausenden von Menschen und Vögeln bereist wird. So wird er Flugbahnen wie der des weißen Storchs oder der Küstenseeschwalbe folgen. Dabei wird er sich entlang der Erdachse bewegen, wo die Sommerzeiten der Nord- und Südhalbkugel ineinander übergehen. Von allen Lebewesen legen Zugvögel die längsten Strecken zurück und ihre Routen dienten bereits polynesischen Spurensuchern als Wegweiser über die Meere.
Inspiriert von dieser historischen Art den Himmel als Hilfsmittel der Navigation zu nutzen, hinterfragt Langdon-Pole auf seiner Reise den Menschen als Mittelpunkt der Welt. Auf seiner Reise durch Zentraleuropa, Südafrika sowie zu den pazifischen Inseln Samoa und Hawaii, erforscht er Verbindungen zwischen Kulturen und der wissenschaftlichen Sternenkartographie. Diese Untersuchungen bilden den Ausgangspunkt für Langdon-Poles Fragen, wer wir sind und welchen Platz der Mensch in der Welt hat.
Zur internationalen Expertenjury, die Zac Langdon-Pole auswählten, zählten Richard Armstrong, Direktor, Solomon R. Guggenheim Museum and Foundation, New York; Claire Hsu, Direktorin, Asia Art Archive, Hongkong; Bose Krishnamachari, President, Kochi-Muziris Biennale, Indien; Matthias Mühling, Direktor, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München; Pauline J. Yao, Kuratorin, Visual Art M+, Hongkong.
„Die ersten künstlerischen Ausdrucksformen der Menschheit waren bis zum 19.Jahrhundert hauptsächlich von der Natur, ihrer Schönheit, Erhabenheit sowie ihren faszinierenden Geheimnissen geprägt. Mit der Aufklärung veraltete diese Bewunderung der Natur. Mit seinem Reisevorschlag bringt Zac Langdon-Pole das Staunen zurück in die Kunst, und schafft so einen Moment, der ideologische sowie politische Fragen aufwirft. Besonders beeindruckte der Plan des Künstlers, Fachleute unterschiedlichster Disziplinen zu treffen, um seine Erfahrungen zu teilen und ihn als Gesprächspartner zu begleiten“, so die Jury in ihrem gemeinsamen Statement.

Installationsansicht 'Ars Viva 2018' bei S.M.A.K., Gent, Belgien. Foto: Dirk Pauwels
Aluminium Werkzeugkasten, Großer Paradiesvogel präpariert, Beine entfernt, zwei Stücke eines Muonionalusta Meteoriten (ne octahedrite, aus Schweden), drei Stücke eines Nantan Meteoriten (coarse octahedrite, aus der Volksrepublik China) Foto: between bridges
Zac Langdon-Pole. Foto: Michael Frieser

Aufmacher-Foto: Zac Langdon-Pole, Passport (Argonauta) (v), 2018, Papierboote, Sericho Meteorit (Eisenpallasit, Region: Sericho, Kenia). Foto: Nick Ash

Die BMW Art Journey ist eine 2015 gegründete Initiative von Art Basel und BMW, um junge Künstler weltweit zu fördern. Seit 2018 sind alle Künstler, die im Discoveries Sektor der Art Basel in Hongkong ausstellen, eingeladen sich zu bewerben. Die Jury, besetzt mit international renommierten Experten, wählt zunächst je drei Künstler für die Shortlist des Awards aus. Diese können dann ihre Reisevorschläge einreichen, die darauf abzielen, ihre Ideen und künstlerische Praxis weiterzuentwickeln. Daraufhin tritt die Jury erneut zusammen und kürt den Gewinner aus den drei eingereichten Vorschlägen.

bmw-art-journey.com