26. September 2017 – Design

Frau Architekt

Seit über 100 Jahren prägen Frauen die Architektur. Ihnen widmet das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main nun eine Ausstellung

In Zeichnungen gekniet: Mitarbeiterinnen im Mannheimer Büro von Ingeborg Kuhler

Neben Porträts, Modellen, Plänen, Zeichnungen und authentischen Objekten werden in der Ausstellung FRAU ARCHITEKT eine Reihe von Architektinnen, stellvertretend und beispielhaft, auch selbst zu Wort kommen. Dazu wird das „Haus im Haus“, das Oswald Matthias Ungers dem DAM als programmatisches Herzstück eingeschrieben hat, in ein „Frauenzimmer“ verwandelt, das auch als eine Art Kino fungiert. In acht filmischen Kurzporträts werden Architektinnen vorgestellt, Zeitzeuginnen seit den 1930er Jahren. Sie alle gehen auf Fragestellungen ein, die Frauen in der Architektur bis heute bewegen. Geboren zwischen 1930 und 1995 berichten diese Architektinnen über ihre Erfahrungen in der Nachkriegszeit, der DDR, der BRD, nach der Wiedervereinigung und in der Gegenwart – ein breites Spektrum ganz unterschiedlicher beruflicher Schwerpunkte und Jahrzehnte geballter Berufs- und Lebenserfahrung im männerdominierten Architekturberuf.
FRAU ARCHITEKT möchte Frauen in der Architektur besser sichtbar machen, sie aus der Anonymität, dem männlichen Schatten herausholen. Die Ausstellung wird eine Art visualisierter Plattform sein, die sowohl dem Fachpublikum als auch interessierten Bürgern und Bürgerinnen Information, Austausch und Diskussion bietet. Das Rahmenprogramm sieht daher eine Vielzahl von Verantaltungen vor, die sowohl in Kooperation mit Hochschulen, Berufsverbänden, Netzwerken entstanden sind als auch mit Institutionen, die maßgeblicher Teil der Stadtgesellschaft und sich ebenfalls mit Themen der Geschlechtergerechtigkeit auseinandersetzen. Begleitende Filmreihen, Werkberichte ausgewählter Architektinnen, Erzählcafés mit Architektinnen der ersten Stunde, Podiumsgespräche zur gegenwärtigen Gender-Lage in der Architektur, Werkstattreihen und eine Pecha Kucha-Night ergänzen die Ausstellung.
„ Jeanne D’Arch“, ein internationales Symposium in Planung für November 2017 beschäftigt sich mit aktuellen weiblichen Positionen in der Architektur; ein weiteres im Januar 2018 mit Wissenschaftler/innen aus Europa, den USA und Israel präsentiert und debattiert den aktuellen Stand der Gender-Forschung.

Streng: Architektin Therese Mogger, um 1930
Elisabeth von Knobelsdorff und Therese Mogger an der Technischen Hochschule

DAM_Frau Architekt_M.Schütte-Lihotzky_Porträt Lino Salini 1927. Margarete Schütte-Lihotzky: „Die erste Frankfurter Architektin auf dem Hochbauamt“, Porträtzeichnung: Lino Salini;
DAM_Frau Architekt_Mitarbeiterinnen Mannheimer Büro Ingeborg Kuhler, 1986. Ingeborg Kuhler – Mitarbeiterinnen im Büro: Ruth Jureczek/ Irene Keil, Foto: Marina Auder;
DAM_Frau Architekt_Therese Mogger_Portrait von Karla Lehr_um 1930_Uwe Dettmar (1). Architektin Therese Mogger, um 1930, Foto: Uwe Dettmar;
DAM_Frau Architekt_von Knobelsdorff+Mogger_Foto I. Weber-Pfleger. Elisabeth von Knobelsdorff und Therese Mogger an der Technischen Hochschule München, 1909/10, Foto: I. Weber-Pfleger;
DAM_Frau Architekt_Therese Mogger_Die Frau als Architektin aus Der Bazar_Uwe Dettmar (3). „Die Frau als Architektin“, aus: Der Bazar, von Gisela Urban. Foto: Uwe Dettmar;
DAM_Frau Architekt_Marlene Moeschke-Poelzig beim Richtfest 1930. Marlene Moeschke Poelzig und Hans Poelzig, beim Richtsfest in der Tannenburgallee, Berlin 1930, Quelle: Erbengemeinschaft Marlene Poelzig;
DAM_Frau Architekt_Iris Dullin-Grund_Titelblatt Die Frau von Heute, 1961. Architektin Iris Dullin-Grund, Titelblatt Die Frau von Heute, 1961, Nr. 40
FRAU ARCHITEKT Seit über 100 Jahren: Frauen im Architekturberuf
30. September 2017 – 8. März 2018
im Deutschen Architekturmuseum (DAM),
Frankfurt am Main